Liebe Doppelkopffreunde!

An dieser stelle möchte ich ein paar einleitende Worte zu dem Essener System schreiben, daß in den folgenden Kapiteln in den wichtigsten Auszügen wiedergebe. Meinen besonderen Dank gilt an dieser Stelle für die Autoren Claus Günther, Jörg Passenberg und Heinz Zedler für die Bereitstellung und Erlaubnis zur Verwendung des Textes.

In den vorherigen Kaptiteln hatten wir uns nun mit den grundlegenden Taktiken von Doppelkopf beschäftigt. In den Doppelkopfvereinen hat sich nun in den letzten Jahren verschiedene Spielkonventionen durchgesetzt, die eines immer gemeinsam haben, daß versucht wird, ein Spiel möglichst hoch zu gewinnen. Mitentscheidend hierfür ist in jedem Spiel das Verständnis mit dem jeweiligen Spielpartner. Je mehr Informationen man hinsichtlich der Stärke und Struktur der Blätter austauschen kann, desto leichter fällt es einen optimalen Spielplan für die eigene Partei zu finden und somit ein Maximum an Spielpunkten zu sammeln. Hierbei müssen selbstverständlich die Spielregeln und die Regeln des Fair Play eingehalten werden. Aktionen wie zum Beispiel "Wenn ich mit links ausspiele bin ich KONTRA-Spieler und wenn ich mit rechts ausspiele bin ich RE-Spieler" oder nicht regelgerechte Aussprüche wie zum Beispiel "Hallo Partner, ich mach den Stich" sind selbstverständlich zu verurteilen. Trotzdem ist es möglich regelgerecht detaillierte Informationen auszutauschen. Beispiele hierzu hat Bernhard Kopp in seinem Buch "Gewinnen beim Doppelkopf" gegeben. Wir erinneren nur an die Bedeutungen von Ansagezeitpunkten, 90-Anfragen und einigen Konventionen (As-Signal, Farbvorzugsignal bei As-Soli oder Hoch-Niedrig-Markierungen bei Normalspielen).

Ausgehend von diesen Ideen haben sich nun verschiedene neue Tatikten entwickelt, die sich in dem sogenannten Essener System niedergeschlagen haben, die in der aktuellen Fassung nun auch von unserer Software unterstützt wird und teilweise auch darüber hinaus geht

Eine neuere Entwicklung existiert noch mit der "Stillen"-Kontraabfrage, die jedoch teilweise sehr um stritten ist. Mehr dazu später in einem eigenen Kapitel.

Soweit nur noch eines. Bei dem Essener-System handelt es sich um Spielkonventionen, nach denen man Spielen kann, aber nicht muß. Aus diesem Grund können Sie in unserer Software angeben, nach welchen Konventionen Sie nun spielen wollen. In jedem Fall überprüft unsere Software, ob Sie es auch wirklich tun. Es lernt, wie Sie spielen.

Eines sollte beim Studium des Esseners System nicht vergessen werden. Sie baut auf den offizielen deutschen Verbandsregeln auf, d.h. es wird mit 48 Karten gespielt und die 1. Herz 10 ist immer hoch. Bei bestimmten Regeleinstellungen machen nicht alle Teile des Essener System noch einen Sinn. Bei der Implementierung haben wir dies natürlich versucht zu berücksichtigen.

Viel Spaß beim weiterem Studium

Uwe Rasche

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